BadgesStudien
Malariaprophylaxe-Nonadhärenz ist nach der Rückkehr am größten
Friederike Klein, München
Fazit
Wie von der Autorengruppe vermutet, war die Nonadhärenz bei der empfohlenen Malariaprophylaxe mit 30% besonders nach Ende der Reise hoch. Die Bedeutung der Adhärenz und der Fortführung der Prophylaxe über den Aufenthalt in einem Malaria-Endemiegebiet hinaus muss bei der Beratung vor der Reise besonders betont werden. Die Autorengruppe regt an zu untersuchen, wie effektiv die Chemoprophylaxe mit Atovaqon/Proguanil lediglich bis zum Ende der Reise ist.
Ergebnisse
382 von 614 (62%) der Personen, an die ein Fragebogen verschickt wurde, schickten diesen ausgefüllt zurück. Ein Fragebogen wurde aus der Auswertung ausgeschlossen, da der Tourist nicht in ein Malaria-Endemiegebiet gereist war. Das mittlere Alter der Antwortenden lag bei 41,5 Jahren, 70% hatten touristische Reisen unternommen, 24% waren wegen einer Arbeit oder Freiwilligentätigkeit in Malaria-Endemiegebiete gereist. Meist wurde Afrika bereist (89%), die häufigsten Reiseziele waren Tansania, Kenia und Südafrika.
Von den ausgewerteten 381 Teilnehmenden gaben 116 (30%) eine Nonadhärenz in den sieben Tagen nach Rückkehr aus dem Malaria-Endemiegebiet an. Von diesen Personen hatten 31% 1–2 Tabletten, 19% 3–4 Tabletten und 50% 5–7 Tabletten nach Reiseende ausgelassen. Während der Reise lag die Nonadhärenzrate bei 15% (57 der 381 Antwortenden). Gar keine Chemoprophylaxe eingenommen hatten 20 der 381 ausgewerteten Personen (5%).
Häufig genannte Gründe für eine nicht adäquate Einnahme der Malaria-Chemoprophylaxe nach Reiseende waren das Vergessen von Tabletten (49%), eine von den Befragten als unnötig empfundene Einnahme nach Verlassen des Endemiegebiets (26%) und ein insgesamt als gering eingeschätztes persönliches Malariarisiko (19%). Häufige Gründe für die Nonadhärenz während der Reise waren Vergessen von Tabletten (55%), ein gering eingeschätztes Malariarisiko (32%) und Nebenwirkungen (16%).
73% der Antwortenden gaben an, ein Regime zu bevorzugen, das mit dem Ende der Reise abgeschlossen ist. Die tägliche Einnahme wurde gegenüber einer wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Anwendung von 48% bevorzugt.